Nach 11 Jahren Bereitschaftspflege
nun in den wohlverdienten Ruhestand
Elmshorn - Karla Dibbern war 11 Jahre mit dem ganzen Herzen für Kinder in Not dabei. Seit 2006 war sie als Bereitschaftspflegestelle bei der gemeinnützigen PERSEPEKTIVE GmbH beschäftigt.
Karla Dibbern weiß noch genau, wie alles anfing – „Meine Tochter war damals drei Jahre alt, als wir uns 1976 für ein Pflegekind beim Kreis Pinneberg bewarben“. Heute blickt die rüstige 74jährige auf insgesamt 34 Jahre Pflegeerfahrung zurück. Karla Dibbern hat seit März 1999 insgesamt 221 Kinder aus Krisen- und Notsituationen heraus in ihrem Haushalt aufgenommen. „Auch wenn es nicht immer leicht war“, so Karla Dibbern „erfüllt es mich mit Stolz, dass ich für die Kinder eine Hilfe und Unterstützung in ihrer schweren Zeit sein konnte. Auch die manchmal nur kleinen Erfolge gaben mir immer wieder die Kraft weiter zu machen“. Inka Risch, Koordinatorin der Bereitschaftspflege fügt hinzu, „Bei ‚Oma’ Dibbern“, wie sie liebevoll im ganzen Kreis genannt wurde „konnte man jederzeit spüren, dass sie mit ihrem ganzen Herzen dabei war. Mit welcher Geduld und Offenherzigkeit sie auf alle Kinder zugehen konnte und wie im Fluge ihre Herzen gewann, verdient große Anerkennung“. Zu einigen Pflegekindern hat Karla Dibbern noch heute Kontakt. „Mein erstes Pflegekind hieß Ramona. Vor einem Jahr stand sie vor meiner Haustür. In ihrem Gesicht erkannte ich sofort die Gesichtszüge von damals. Heute ist sie eine gestandene Frau, ist verheiratet und hat zwei eigene Kinder. Solche Momente berühren immer wieder mein Herz und ich fühle, dass ich den richtigen Weg gegangen bin.“.
Nun steht der wohlverdiente Ruhestand vor der Tür. Dabei ist der Ruhestand bei Karla Dibbern nicht mit Stillstand gleichzusetzen: es gibt mit dem Wohnmobil noch soviel schöne Ecken in Deutschland zu entdecken, wofür jetzt die Zeit erst so richtig da ist. „Und vielleicht“, so hofft Markus Hunke, Leiter des Kinderschutzhauses, „wird ‚Oma’ Dibbern ihre Koch- und Backkünste an Jugendliche im Kinderschutzhaus weitergeben. Sie hat bereits angekündigt, dass sie regelmäßig im Kinderschutzhaus Kochkurse anbieten wird“.
Im Rahmen einer Feierstunde mit allen Bereitschaftspflegefamilien verabschiedete sich Geschäftsführer Eckbert Jänisch mit einem Blumenstrauß sowie einer Urkunde und den Worten: „Wir danken Dir, dass Du jahrelang Kindern in Not mit viel Liebe und Engagement ein kurzes Zuhause gegeben hast, bis geklärt war, wie es für die Kinder weitergehen soll. Wir wünschen Dir für Deinen neuen Lebensabschnitt noch viele schöne Reisen und freuen uns auf den ersten Apfelkuchen, den Du mit den Kindern backen wirst“.
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