Soziale Gruppenarbeit in Glückstadt
Erfreulicherweise haben wir den Auftrag des Kreises Steinburg bekommen, in Glückstadt Soziale Gruppenarbeit durchzuführen.
Dieses Angebot ist erstmal befristet bis zu den Sommerferien 2012:
1.
Gesetzliche Grundlage
Soziale Gruppenarbeit ist gem. § 29 SGB VIII eine ambulante Hilfeform, die
älteren Kindern und Jugendlichen bei der Überwindung von
Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen helfen soll. Soziale
Gruppenarbeit soll auf der Grundlage eines gruppenpädagogischen Konzepts die
Entwicklung älterer Kinder und Jugendlicher durch soziales Lernen in der Gruppe
fördern.
2.
Ziele der Sozialen Gruppenarbeit
Die TeilnehmerInnen können in
der Sozialen Gruppenarbeit soziales und demokratisches Verhalten lernen. Durch
gemeinsame Aktivitäten und verschiedene Aktionen sollen sich die Jugendlichen
eine sinnvolle und an das Alter angemessene Freizeitgestaltung aneignen. Dabei
wird jeder Jugendliche in der Gruppe lernen, sein Selbstwertgefühl zu stärken,
sich gegenüber anderen abzugrenzen und seine eigenen Grenzen zu erkennen und zu
setzen.
Ein weiteres Ziel der Sozialen
Gruppenarbeit ist das Entwickeln von Interessen, indem sie sich mit der eigenen
Identität auseinandersetzen und ihre persönlichen Ressourcen sehen und nutzen
lernen.
Auch die Eltern werden über
Elterntreffen in die Soziale Gruppenarbeit miteinbezogen, um angeleitet die
Entwicklung ihrer Kinder zu verfolgen und begleiten zu können.
Darüber hinaus bieten wir in
Einzelfällen auch Lehrkräften und anderen Personen aus dem sozialen Umfeld des
Kindes / des Jugendlichen nach Bedarf Gespräche an.
3.
Arbeitsinhalte
Die Inhalte der Sozialen Gruppenarbeit orientieren sich
an den Problemen der Jugendlichen, die sich aus dem Zusammenleben in der
Familie, mit Mitschülern, Lehrern und Freunden ergeben:
1.
Gruppenregeln (Was ist nötig, um gemeinsam zu bestehen? Was ist nötig, um in der
Gruppe zu bestehen?)
2.
Herkunftsfamilie (Wo komme ich her? Wie fühle ich mich dort? Was bedeutet mir
meine Familie? Was belastet mich in meiner Familie?)
3.
Spiele- kann ich auch verlieren? (Spielnachmittag am Anfang und Ende. Wie fühlen
sich Verlierer? Wie fühle ich mich zu Hause, in der Schule oder bei Freunden?)
4.
Verbesserte Selbst- und Fremdwahrnehmung (Wie bin ich, wie sehen mich andere?
Wie sehe ich die Umwelt? Wie beeinflusst die Umwelt mein Handeln?)
5.
Selbstkontrolle und Ausdauer (Wie gehe ich um mit Wut und Aggression? Bin ich in
der Lage, Geduld zu haben und warten zu können?)
6.
Umgehen mit dem eigenen Körper und Gefühlen (Was sind Mimik und Gestik? Wie
beeinflusst eine körperliche Erscheinung? Wie beeinflusse ich durch mein
Erscheinungsbild und Auftreten?)- Das andere Geschlecht (Wie schütze ich mich?
Wie sage ich „Nein“? Wem kann ich vertrauen und an wen kann ich mich wenden?)
7.
Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit und stabiles Selbstbild (Cool sein ohne
Drogen? Meine Eltern schämen sich für mich. Meine Eltern sind pünktlich. Wovor
habe ich Angst, Sorge, Befürchtungen?)
8.
Freies Reden (Reden über etwas, das man gerne mag, das man werden möchte, das
man blöd findet...)
9.
Einfühlungsvermögen (Verstehe ich andere Menschen mit ihren Problemen oder
Wünschen? Kann ich mich auf sie einlassen?)
10. Umgehen
mit Lob, Kritik und Misserfolg (Kann ich es lernen, mit diesen Situationen
angemessen umzugehen? Wie beeinflussen diese Faktoren mein Handeln in der Schule
und in der Familie?)
11.
Toleranz (Sehe ich nur mich, oder gibt es auch andere Menschen, die mir etwas
bedeuten?)
12.
Teamwork (z.B.: gemeinsam Kochen, gemeinsam etwas Planen)
13.
Zeitfresser erkennen und vermeiden (was stiehlt mir Zeit, womit verplempere ich
meine Zeit, z.B.: Fernsehen, Computer)
14. Wie
kann ich meine Zeit sinnvoller gestalten?
15. Stress
vermeiden ohne Gewalt
16. Zukunft
(Was/wer bin ich jetzt, was/wer möchte ich werden?)
17.
Taschengeld - wie viel habe ich, wie viel brauche ich? (z.B. Haushaltsbuch
führen)
18.
Gruppenzwang (Kann ich auch ohne Markenklamotten? Ist das neuste Handy wichtig?)
Gemeinsame Aktivitäten wie
Indoor- und Outdoorspiele sind inhaltliche Bestandteile der Gruppenarbeit.
Innerhalb dieser unterschiedlichen Aktionen sollen die Jugendlichen lernen, mit
sich und anderen in einer Gruppe umzugehen. Dabei werden Themen wie Frustration,
Verhalten in der Schule und in anderen Gruppen eine große Rolle spielen.
Ideen, Vorschläge, Anregungen
und Wünsche der Jugendlichen werden in der Sozialen Gruppenarbeit
berücksichtigt.
4.
Elternarbeit
Einmal im Monat finden
Elterngespräche statt, um die Entwicklungen der Gruppenmitglieder und deren
Erlebnisse mit den Eltern zu besprechen. Für die Eltern besteht die Möglichkeit,
Fragen und Probleme, die sich in der Erziehung stellen, mit den Mitarbeitern zu
besprechen.
Die Themen beinhalten alle Aspekte, die das
Zusammenleben, die Beziehungen im Familienkontext, die Kommunikation in der
Familie und die Fähigkeit, Konflikte miteinander zu lösen, betreffen.
Gleichzeitig soll versucht werden, die Eltern untereinander ins Gespräch zu
bringen, damit eine gegenseitige positive Stärkung außerhalb der Treffen
ermöglicht werden kann.
Jahresbericht Soziale Gruppenarbeit
Die Soziale Gruppenarbeit in Glückstadt ist erfolgreich angelaufen. Lesen sie mehr im Jahresbericht.
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